Die Sensation: Ein neuer Fall für Agatha Christies Detektiv Hercule Poirot

Hercule Poirot ermittelt wieder! Nachdem die Erben von Agatha Christie das Manuskript der Engländerin Sophie Hannah gelesen hatten, stimmten sie erstmals der Veröffentlichung eines neuen Poirot-Romans zu, der die beliebteste Figur der Schriftstellerin wieder zum Leben erweckt: „Die Monogramm-Morde“, gelesen von Wanja Mues. Hier ein Gespräch zwischen der Autorin Sophie Hannah und Mathew Prichard, dem Chairman der Agatha Christie Gesellschaft und Enkel der „Queen of Crime“:

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Nun, Sophie, erzählen Sie doch mal, wie alles angefangen hat …
Mein Agent rief mich an und fragte, ob ich daran interessiert sei, einen neuen Hercules-Poirot-Roman zu schreiben. Gerade als ich zurückfragen wollte: „Wie um alles in der Welt könnte ich das tun?“, wurde mir klar, dass ich tatsächlich bereits seit einigen Jahren eine Idee hatte: Ein großartiges Konzept. Und in diesem Moment wusste ich einfach, dass der Grund, weshalb ich es bis dahin nicht umgesetzt hatte, der war, dass dies eine Idee des Goldenen Zeitalters war – und die würde perfekt sein für einen Poirot-Roman.

Was hat Sie an diesem Projekt fasziniert – und insbesondere: an Poirot?
Agatha Christie ist meine Lieblingskrimiautorin – meine Lieblingsautorin überhaupt –, seit ich 12 Jahre alt bin. Und Poirot war immer mein Lieblingsdetektiv – und der Detektiv, durch den ich mich in das Krimigenre verliebt habe. Ich würde heute keine Krimis schreiben, wenn ich mich damals mit 12 nicht in Poirot verliebt hätte – eine Liebe, die bis zum heutigen Tag anhält. Das Aufregendste war also die Möglichkeit, Teil zu sein, etwas schöpferisch dazu beizusteuern, was meines Erachtens die beste Detektivreihe ist, die je geschrieben wurde. Das ist einfach unglaublich! Es ist ein sehr, sehr mysteriöses Rätsel, das Poirot lösen muss, das ihn auf Trab hält – viele Hinweise, viele Verdächtige –, und ich hoffe, es ist ein Rätsel, dessen Lösung niemand außer Poirot errät.

Schüchtert es Sie ein, in die Fußstapfen meiner Großmutter zu treten?
Es ist definitiv respekteinflößend. Aber wäre es das nicht, würde ich den Job nicht richtig machen. Um so eine Aufgabe erfüllen zu können, muss man schon auch ehrfurchtsvoll sein. Ich versuche nicht, mich mit Agatha Christie zu messen, denn das kann man nicht, sie ist ja die großartigste Krimiautorin, die je gelebt hat. Ich versuche einfach, diesen Roman so gut wie möglich zu schreiben, so, wie sie ihn hoffentlich billigen würde, wenn sie bei uns wäre.

In zwei, drei Worten: Was wäre für Sie die ideale Reaktion Ihrer Leser auf das Buch?
Ich denke, idealerweise würde ich von den Lesern gern etwas hören wie: „Wow, das habe ich wirklich nicht erwartet! Alle Hinweise waren da, aber auf die Lösung wäre ich nie gekommen!“

Abschließend noch zwei Fragen zu Agatha Christie: Was ist Ihr Lieblingsroman mit Hercule Poirot?
Das ändert sich. Im Moment habe ich zwei. Einer davon ist Der Wachsblumenstrauß. Da liebe ich das Motiv – es ist das interessanteste und auch herzzerreißendste Mordmotiv. Der andere ist Dreizehn bei Tisch. Von all den Poirot-Romanen, die ich bis jetzt wiedergelesen habe, gibt es hier den schrecklichsten und überzeugendsten Mörder.

Welches Buch würden Sie einem, sagen wir: dreizehnjährigen Kind für seine erste Agatha-Christie-Lektüre empfehlen?
Aus sentimentalen Gründen würde ich einem Teenager Die Tote in der Bibliothek empfehlen. Das war nämlich mein erstes Agatha-Christie-Buch, als ich zwölf war, und nach dem ich dachte: „Ich muss alles von dieser Autorin lesen.“

Zum Interviewtrailer auf YouTube

Zur Hörprobe

Fotos Sophie Hannah, Mathew Prichard: © Phillipa Gedge

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